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Das Auswahlverfahren der Universität

An dieser Stelle lohnt es sich, das Auswahlverfahren der ausländischen Universität zu schildern. Es gibt zwar verschiedene Kategorien von Universitäten, die LL.M.-Studiengänge anbieten, aber die Vorgehensweise ist bei allen einigermaßen ähnlich. Nach Empfang der Bewerbung wird diese an die Person weitergeleitet, die für das LL.M.-Programm zuständig ist. Dabei lohnt es sich, Ihren Bewerbungsbrief  persönlich  an  diese  Person  zu  adressieren,  wofür  Sie  diesen LL.M.-Guide zu Rate ziehen können. Nachdem die Bewerbung dort angekommen ist, wird entweder diese Person oder eine ihrer Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter, häufig aber auch  die Sekretärin, prüfen, ob die  Bewerbung vollständig  ist (achten Sie auf die Erwähnung des bevorstehenden Staatsexamens). Meistens wird automatisch eine Postkarte nach Ankunft der Bewerbung an den Absender geschickt. Dabei bestätigt die Karte nur den Eingang der Bewerbung, aber nicht deren Vollständigkeit. Obwohl es nicht erforderlich ist, empfehle ich Ihnen nach Erhalt dieser Karte, die Person, die diese abgeschickt hat, telefonisch zu kontaktieren, um zu fragen, ob Sie noch weitere Unterlagen einreichen sollen. Dabei kann es vorkommen, dass Ihre Bewerbung noch nicht auf  Vollständigkeit  geprüft  wurde.  Auf  Ihre  Nachfrage  wird  dies  aber  dann höchstwahrscheinlich  geschehen,  da  Sie  sich  extra  die  Mühe  gemacht  haben, sich zu melden. Der persönliche Kontakt ist immer wichtig.

Die Person wird meistens die vorläufige Entscheidung über die Vollständigkeit der Bewerbung treffen können. Danach gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder werden die Bewerbungen einfach bis zum Ablauf der Bewerbungsfrist gestapelt oder sie werden direkt an die zuständige Person weitergeleitet und von dieser gleich bearbeitet. Im letzteren Fall trifft der Leiter des LL.M.-Programms relativ schnell  eine Vorentscheidung,  ob  er  Ihre  Bewerbung  unterstützen  kann  oder nicht. In den wenigsten Fällen, zum Beispiel wenn es eine Vereinbarung ihrer Heimatuniversität mit der ausländischen gibt, werden Sie schon innerhalb von ein paar Wochen einen Studienplatz zugeteilt bekommen. Meistens jedoch wird diese endgültige Entscheidung von einem Komitee gefällt. Jeder Programmleiter will eine Vielfalt an unterschiedlichen Studenten haben, er will also nicht, dass sämtliche Studenten aus Deutschland und Japan kommen (denn aus diesen Ländern kommen die meisten Bewerbungen). Wenn der Leiter selbst die Entscheidung trifft, dann  führt er eine Liste der eingeladenen Kandidaten und deren Heimatländern. Als Geheimtipp lässt sich verraten, dass, falls Sie eine doppelte Staatsangehörigkeit besitzen, Sie diese angeben und hervorheben sollten (solange es nicht eine Common Law-Staatsangehörigkeit ist). Wenn Sie sich als koreanischer, türkischer oder polnischer Staatsbürger „verkaufen“ können, landen Sie auf einem anderen Stapel und müssen nicht gegen die anderen Deutschen konkurrieren. Die ausländischen Universitäten wollen nicht jeden einzelnen LL.M.-Bewerber aus Deutschland haben, was im Extremfall  bedeuten könnte, dass diese nicht jeden qualifizierten deutschen Studenten nehmen, aber vielleicht jeden qualifizierten Studenten aus Russland.

Auch das Geschlecht kann, zumindest wenn man weiblich ist, von Vorteil sein, denn viele Universitäten bemühen sich den Frauenanteil zu erhöhen. Dies ist ein weiterer  Grund  Ihrer  Bewerbung  ein  Foto  beizufügen (insbesondere  deshalb, weil Engländer nicht immer wissen, ob der ausländische Name weiblich oder männlich ist). So hat mich eine Universität einmal gefragt, ob der Name Carsten weiblich sei. Hoffentlich hat dieser Carsten nicht aufgrund meiner Auskunft keinen Studienplatz erhalten.

An dieser Stelle seien auch Schwerbehinderte und ihre Chancen auf einen LL.M.-Studiengang erwähnt. Die amerikanischen Universitäten sind dafür bekannt, dass sie meistens hervorragende Einrichtungen für Schwerbehinderte haben. Deshalb sollten Sie Ihre Behinderung auch in Ihrer Bewerbung unbedingt erwähnen. Ein blinder Student aus Münster hat sehr gute Erfahrungen an einer Universität in Florida gemacht, an der ihm sämtliche Geräte zur Verfügung standen und darüber hinaus eine sehr gute Betreuung vorhanden war. Leider ist dies nicht überall der Fall.