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Finanzierung

Eine der größten Herausforderungen stellt mit Sicherheit die Finanzierung des LL.M. im Ausland dar. Gerade die Vielfältigkeit der Kosten – Studiengebühren, Miete, sonstige Lebenshaltung, Reise, Versicherung, Bücher etc. – machen eine genaue Planung vor Antritt des Studiums sehr schwierig. Grob geschätzt sollte man  aber  für  einen  LL.M.  in  den  USA  für  ungefähr  zehn  Monate  zwischen 35.000 und 70.000 USD einplanen, wobei in den Vereinigten Staaten die oftmals hohen Studiengebühren die größte Kostenhürde darstellen dürfte. In  anderen Regionen und Ländern sind diese deutlich geringer, wie zum Beispiel in Großbritannien, wo sich die Studiengebühren auf ca. 3.000 Pfund belaufen oder Neuseeland mit etwa 3.000 Euro. Entsprechend verringern sich dann natürlich die Gesamtkosten. Trotzdem ist das finanzielle Problem damit noch nicht gelöst. Einige Studenten kombinieren ihre eigenen finanziellen Möglichkeiten, zum Beispiel Erspartes und Unterstützung seitens der Familie, mit Teilstipendien, wogegen andere vollständig auf Darlehen, Studiengebührenerlass und/oder Studentenjobs angewiesen sind.

Studiengebührenerlass/-ermäßigung

Wie  oben  einführend  schon  erwähnt,  variieren  die  Studiengebühren  je  nach Land und Universität erheblich. Jedoch bieten nahezu alle Universitäten finanzielle Unterstützung (Financial Aid) in Form von Ermäßigungen oder Teilerlassen der Studiengebühren (Tuition Waiver) an. Ob und in welchem Umfang diese Art der Unterstützung zur Verfügung steht, ist am besten auf den Internetseiten der jeweiligen Universität selbst nachzulesen. Auch der persönliche Kontakt zum sogenannten Financial Aid Office – falls vorhanden – ist empfehlenswert. Ebenfalls lohnt es sich nach Erhalt des Studiengebührenbescheids mit der Universität noch einmal zu verhandeln. Eine gute Verhandlungsbasis stellen hierbei zum Beispiel auch die Zulassung und/oder der Studiengebührenerlass einer konkurrierenden Law School dar. Immerhin zahlen statistisch gesehen lediglich 10–15% aller Studenten in den USA die vollen von der Universität erhobenen Studiengebühren.

Eine weitere gute Möglichkeit, sich einen Teil des Studiums selber zu finanzieren, sind Studentenjobs. Wie auch an deutschen Hochschulen gibt es an allen anderen Universitäten Arbeitsstellen für Studenten, zum Beispiel bei Professoren oder in der Bibliothek. Neben dem finanziellen Aspekt gibt es dabei noch weitere Vorteile: Erstens erhält man einen erweiterten Einblick in das Universitätsgeschehen und zweitens benötigt man zumindest in den USA für einen Studentenjob keine separate Arbeitsgenehmigung. Bei sämtlichen anderen Arbeitsstellen außerhalb der Universität ist unbedingt darauf zu achten, dass vorher eine Arbeitsgenehmigung beantragt werden muss.

Stipendien

Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit, sich sowohl hier in Deutschland als auch an der ausländischen Universität um ein Stipendium zu bemühen. Zu unterscheiden ist dann noch zwischen Teil- und Vollstipendien. Letzteres ist verständlicherweise viel begehrter, aber leider auch sehr schwer zu bekommen. In Deutschland gibt es einige unterschiedliche Institutionen, die solche Stipendien vergeben. Zu nennen sind auf jeden Fall: Deutscher Akademischer Austausch Dienst (DAAD), welcher Jahresstipendien mit  Studiengebührenzuschuss für LL.M.-Studenten vergibt, sowie die  British Chamber of Commerce in  Germany, die Fulbright-Kommission, der Rotary Club und die Studienstiftung des Deutschen Volkes. Letztere fördert einige tausend engagierte und talentierte Studenten und bietet mehrere interessante LL.M.-Stipendien an. Um ein Stipendium dieser Art zu erhalten, sollten sich Bewerber durch hervorragende, außergewöhnliche und in jedem Fall überdurchschnittliche Leistungen auszeichnen. Ein vollbefriedigendes erstes Staatsexamen wird in der Regel vorausgesetzt, reicht aber zumeist in der Realität schon gar nicht mehr aus. Weiterhin sind die Bewerbungsfristen zu beachten, welche teilweise schon ein Jahr vor dem eigentlichen Studienantritt ablaufen und deshalb eine sehr frühe Bewerbung unumgänglich machen.

Die Alternative eines scholarship oder fellowship der jeweiligen Universität ist auch sehr interessant. Zwar wird auch hier bei der Bewerbung auf die jeweiligen Studienleistungen geachtet, jedoch werden manchmal auch spezielle Stipendien für ausländische Studenten vergeben, die aufgrund ihres sozialen und wirtschaftlichen Status als förderungswürdig angesehen werden. Jedoch gibt es kaum deutsche Bewerber, die alle Voraussetzungen dafür erfüllen. Wahrscheinlicher ist es dann schon, ein Stipendium aufgrund akademischer oder beruflicher Besonderheiten (merit) zu bekommen.

Darlehen

Im Gegensatz zu den Stipendien sind Darlehen meist nicht von Leistungen oder sozialem Status abhängig, sondern vielmehr von Sicherheiten. Jedoch schrecken viele deutsche Studenten davor zurück, einen Bankkredit aufzunehmen und sich schon während des Studiums zu verschulden. In den USA hingegen ist es eher die Regel als die Ausnahme, dass man nach einem abgeschlossenen Hochschulstudium hohe Schulden angehäuft hat. Dort gilt es schon als selbstverständlich, in seine Ausbildung zu investieren. Dieses Denken scheint in Deutschland nicht nur den Studenten, sondern vielmehr auch den Banken fremd zu sein. Zwar gibt es mittlerweile Studentenkredite mit akzeptablen Konditionen, jedoch fehlt es an der Möglichkeit, einen gezielten Kredit für sein Auslandsstudium zu bekommen. Aus Sicht der Banken ist das verständlich, weil ihnen die nötigen Sicherheiten fehlen und sie die Studenten nicht ins Ausland verfolgen können; aus Sicht der Ausbildungsförderung ist es eine Katastrophe. Überdies wird es den meisten Bewerbern nicht möglich sein, ein Darlehen bei einer ausländischen Bank aufzunehmen, weil es an einem inländischen Bürgen fehlen dürfte. Man könnte lediglich versuchen, die Eltern dazu zu bewegen einen Kredit aufzunehmen oder als Bürgen zu fungieren.

Steuerliche Aspekte

Als mittelbarer Sponsor wird häufig vergessen, den Staat zu erwähnen. Im Rahmen von Fortbildungskosten können große Teile des LL.M.-Studiums von der „zukünftigen“  Einkommensteuer  als  Werbungskosten  abgesetzt  werden.  Als Fortbildungskosten sind Ausgaben bzgl. eines LL.M. jedoch nur anzusehen, sofern das zweite juristische Staatsexamen schon erfolgreich abgelegt wurde. Angerechnet werden auf jeden Fall Studiengebühren sowie Aufwendungen für Bücher und Studienmaterialien. Auch werden Miete, Lebenshaltungs- und Flugkosten zum Teil anerkannt. Jedoch ist hierbei zu unterscheiden, ob eine doppelte Haushaltsführung  mit  oder  ohne  eigenem  Hausstand  vorliegt.  Der  entscheidende Unterschied liegt darin, dass bei letzterem die Kosten lediglich für drei Monate angerechnet werden können. Bei einer doppelten Haushaltsführung mit eigenem  Hausstand  –  die  vorliegt,  sofern  der  Steuerpflichtige  sowohl  hier  in Deutschland als auch am Studienort eine eigene Wohnung geltend machen kann – ist eine Anrechnung von bis zu maximal zwei Jahren möglich. Die getätigten Aufwendungen können als sogenannter „Verlust“ auf der Lohnsteuerkarte eingetragen und sozusagen ins nächste Steuerjahr „mitgenommen werden“. Daraus ergibt sich bei der Verrechnung mit der Einkommensteuer dann ein höheres Nettoeinkommen im ersten Arbeitsjahr, was bei einem LL.M.-Studium in den USA mit Aufwendungen zwischen 60.000 und 70.000 USD zu einer Steuerersparnis von ca. 10.000 bis 15.000 Euro führen kann. Diese Ausführungen sollen lediglich darauf hinweisen, dass es eine solche Möglichkeit gibt. Da die Aufwendungen aber  bei  jedem  Einzelnen  erheblich  voneinander  abweichen,  wird  empfohlen, vor Antritt des Studiums einen Steuerberater zu konsultieren und sich über alles Weitere im Detail informieren zu lassen.

Familie

Es dürfte damit klar geworden sein, dass es zwar mehrere Finanzierungsmöglichkeiten gibt, diese von ihrer Anzahl aber bei Weitem nicht ausreichen.

An erster Stelle der Finanzierungsplanung für ein LL.M.-Studium darf deshalb die Familie nicht vergessen werden, welche in 90% aller Fälle als entscheidende Finanzierungsgrundlage gilt. Die Erfahrung hat gezeigt, dass viele Studenten sich zunächst um Stipendien bemühen und selbst dann ihr LL.M.-Studium beginnen, wenn sie kein Stipendium erhalten haben. Dies scheint auch logisch, denn ein zinsloses Darlehen von den Eltern, das später zurückgezahlt werden kann, sobald man selber Geld verdient, ist immer noch schneller wieder beglichen als das Darlehen einer Bank.

Abschließend bleibt zu sagen, dass man – schon bevor der Finanzierungsplan in Angriff genommen wird – die Grundsatzentscheidung getroffen haben sollte, ob einem der Erwerb des LL.M.-Titels und die damit verbundene Auslandserfahrung das Geld wert ist. Ab diesem Zeitpunkt werden sich Mittel und Wege für die Finanzierung finden, auch wenn das teilweise bedeutet, persönlich zurückzustecken und nach Sponsoren zu suchen.